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von Christoph Schürmann
Freitag
Der Tag fing verheißungsvoll an mit einem Arztbesuch, wo
mir nach 4 Wochen endlich der Verband um meinen bei einem Glatteissturz
verletzten rechten Mittelfinger abgenommen wurde (eigentlich bin
ich Rechtshänder, aber in der letzten Zeit hatte dann halt
alles mit links gemacht). Trotzdem war ich an diesem Freitag mit
rechts noch etwas unbeweglich, und auch das Kartenspiel hätte
schwierig werden können, aber glücklicherweise hatte ich
neben allerlei Karten auch einen Kartenhalter ins Gepäck gestellt.
Nach einer unspektakulären Zugfahrt kam ich in Bacharach
am Bhf an, wo Wolfgang mich freundlicherweise zusammen mit Jorge
und Evelyn abholte und zur Burg fuhr. Vielen Dank an die Tschechen,
die ihm dafür ein Auto geliehen hatten! So langsam trudelten
die Leute ein, und es war natürlich schön, nach einem
Jahr, in dem ich ausser 2 oder 3 Sealed Decks nicht gespielt hatte
(mea culpa), mal wieder einige bekannte ME-ler zu treffen.
Eigentlich wollte ich zuerst das Hero 1-Deck constructed mitspielen,
aber als beim Paarturnier doch noch ein Team gesucht wurde um eine
gerade Anzahl Teams zu erreichen, entschlossen sich Andreas und
ich spontan, unsere beiden 1-Decks zu nehmen, die natürlich
nicht aufeinander abgestimmt waren, und uns spaßeshalber noch
schnell anzumelden. Also ab in den kleineren Raum auf Erdgeschoßhöhe
mit 5 weiteren Teams, Turnierbögen ausgefüllt (Andreas,
schreibst du mal für mich, bitte? ... ), Gegner ausgelost und
Decks fertig gemacht (Andreas, mischst du mal für mich, bitte?
...). Im ersten Spiel ging es gegen Borries und Patric, die sich
gefahrmäßig auf Tiere und so Zeugs geeinigt hatten. Andreas
spielte ein Deck, das Ressourcen im Nordwesten von Mittelerde mit
2 kleinen Gruppen einsammelt, während ich mich eher in den
drachenbelasteten Gegenden herumtreiben wollte. Unsere Gefahren
bestanden aus einem Multifunktionsset und einigen namhaften Drachen.
Damit gelang es uns sogar ganz gut, die beiden aufzuhalten. Außerdem
hatten wir Glück, dass besonders Patric im ganzen Spiel bei
etwa 80% seiner Würfe unter 6 kam. Das wurde zwar durch zahlreiche
hohe Würfe ausgeglichen, die aber meistens bei uns passierten.
Da war das Glück mal wieder mit den Tüchtigen :-)). Obwohl
ich aus meinem Deck nicht wirklich viel rausholte (15 Punkte am
Ende, oder so), konnten wir dank Andreas' Punkten am Ende 4:2 gewinnen.
Jetzt wars schon Zeit fürs Abendessen, das wie gewohnt reichhaltig
ausfiel. Auf jeden Fall habe ich davon profitiert, dass man auf
Stahleck beliebig oft Nachschlag bekommt. Eindrucksvoll außerdem:
Vor der Burg gabs wohl gerade eine kleines Duell der Umweltereignisse:
Gerade hatte jemand noch Nebel gespielt, aber dann, ratzfatz, Zwielicht,
Tore der Nacht, Schneesturm!
In der zweiten Runde mussten wir gegen Heiko und Jan ran. Das
war insofern ein ganz entspanntes Spiel, als auch die ihre Decks
vorher nicht abgesprochen hatten. Jan war mein direkter Gegner und
hatte vor allem nicht einzigartige Drachen bei seinen Gefahren.
Glücklicherweise konnten sie mich nicht sonderlich behindern,
im Gegenzug wurde aber sein Elrond in den arnorischen Wildnissen
von meinem Leucaruth überrascht. An viel mehr kann ich mich
gar nicht erinnern, nur, dass sich Dain im Laufe des Spiels den
Halsschmuck von Girion umhängte und damit Beorn zu seinem Gefolgsmann
machen konnte. Cool! Bin nicht mehr sicher, aber ich glaube, wir
haben auch dieses Spiel 4:2 gewonnen. Soviel Erfolg bleibt
natürlich nicht ohne Folgen, und so mußten wir danach
im Spiel gegen Markus und Stefan die erste Niederlage einstecken.
Sie wollten uns mit irgendwas fiesem nächtlichen aufhalten,
hatten ihre Tore der Nacht aber so gut vermischt, dass über
viele Runden dann doch meine Tore des Morgens auslagen. So konnten
wir uns noch ganz gut durchschlagen. Am Ende wurde es nochmal knapp,
als mein Radagast versuchte, Stefans Anborn(?) den Drachenbann wegzubeeinflussen.
Pech gehabt: Im Endeffekt würfeln wir gleichhoch, und damit
endete das Spiel dann 2:4 statt unentschieden. Trotz allem konnten
wir mit unserem Spiel ganz zufrieden sein, und außerdem hat's
dann sogar noch für einen dritten Platz gereicht. Außerdem
hat mir das Team Play am besten von allen Turnieren gefallen; zwar
muss man ab und an mal etwas länger warten, bis man wieder
am Zug ist, aber es macht zu zweit auf jeden Fall echt mehr Spaß
als alleine.
Samstag
Für den Samstag hatte ich mir das GO-Turnier ausgewählt.
Mein Deck war ein Fallen Saruman, der versucht v.a. die Heere in
seiner Ecke zu beeinflussen sucht, ein paar Gegenstände in
und um Rohan herum, viele Charaktere ausspielt um schließlich
dann die Große Hand aufzubauen. Gefahrenmäßig hatte
ich nur ein Deck mit großteils Spinnen, das um einige universelle
Karten wie Flüsse, Törichte Worte etc. erweitert war.
Mein erster Gegner war Nicolai Willinek, der selber ein MinionDeck
spielte. Aber er kam mit seinem Spiel nicht so glücklich durch
wie ich, und auch seine Angriffe auf meine Gemeinschaft in Minas
Tirith liefen nicht wie geplant. Schließlich konnten mir auch
seine Drachen kaum was ausmachen (nach einem Ausflug in die Wildnis
von Enedwaith bin ich dann lieber in Rohan und der Ecke geblieben).
Am Ende hatte ich einen Saruman mit mehr Direktem als Allgemeinen
Einfluss und war mit 5:1 sehr zufrieden. Schon wars auch Zeit
für eine schnelle Ess-Pause, danach gings gegen Martin T (aus
Ravensburg) weiter. Ich hatte noch nie gegen ihn gespielt, aber
wir stellten beide fest, dass wir wohl gleichzeitig auf einer der
ersten Meisterschaften in Essen gewesen waren, als QueenGames die
noch ausrichtete. Obwohl ich ihn beim Ausspielen seiner Heere (nur
die dicken da unten rechts auf der Karte) etwas aufhalten konnte
(so hat z.B. mein Schatz vor dem Variaglager zwei Runden rumgelungert),
lief sein Deck deutlich besser als meines, und sein 4:2 Sieg
war keinesfalls unverdient. Lustig war, dass sich Martin zwischendurch
häufiger Regeln auf einen kleinen Zettel schrieb, die er wohl
daheim häufiger falsch gemacht hatte. Auf dem Zettel dürften
schon ca. 20- 30 Sachen gestanden haben, und man hätte meinen
können, er hätte noch nicht wirklich oft gespielt, aber....
Nach Martin wurde mir Thomas Kuno Kumbernuss zugelost, womit
ich erstmal einen Schreck bekam, weil er ja ein Ringvernichter hatte
und ich nicht wirklich Karten, die dagegen waren (noch nicht mal
im Sideboard, o Graus!). Meine einzige Hoffnung war also, schneller
als er zu sein, und da Thomas auf Nummer sicher ging und erst 3
Ringe und auch noch die Schriftrolle finden wollte, konnte ich in
der Zeit mein Deck durchbringen (so viel Gas beim Karten abwerfen
und auf die Lauer legen hatte ich selten vorher gegeben). Mit 25
Punkten rief ich den Rat ein. Thomas hatte noch eine Runde und war
noch in Lorien. Vor allem aber wusste er nicht, dass der Schicksalsberg
nicht mit StarterMovement erreichbar ist und so kam er da nicht
mehr hin (sorry Thomas, hattest du nicht noch ein Cram und eine
Elbenbrosche in der Gruppe ... ? :-). Am Ende 4:2 für
mich. Schlußendlich war dann noch ein Spiel gegen Peter
Manhard. Sein Deck war vor allem in Understatements ganz großartig
(O-Ton:?ich weiß, es wird wieder ganz schlecht laufen?), die
sich aber leider nicht als richtig erwiesen. Eine recht haudrauf-starke
Trollgruppe, die ich ab der zweiten Runde nicht mehr wirklich belästigen
konnte (nur mit einem Agenten, der in Moria mal kurz hallo sagte).
Aber auch bei mir liefs nicht schlecht, und ich brachte alle wichtigen
Karten raus. So stands am Schluß 33:36 und Peter gewann.
Abschließend wollte ich nochmal sagen, dass dies eines der
schönsten GO-Turniere für mich war, denn mit allen Gegnern
war die Spielatmosphäre echt nett. Besten Dank!!
Nach dem Turnier wollte ich den Abend dann ruhiger angehen lassen.
So verabredete ich mich mit Marco Fregonari auf ein Spielchen. Wir
hatten beide Hero Decks. Ich wollte hauptsächlich an den Küsten
entlangsegeln, aber ich zog am Anfang nur so Cancel-Kram und keine
Karte mit Punkten. Ich fuhr also ein bisschen auf dem Meer hin-
und her, spielte nichts aus (die erste Karte mit Punkten war nach
2 Runden ein Treuer Hund, mensch, Super!) aber bekam ein paar üble
Hiebe ab. Husch husch, waren 2 Charaktere weg. Dann machte sich
Marco noch auf, mir verbleibende Charaktere mir seinem Saruman abzuluchsen
(der schon in der dritten Runde in seiner reinkarnierten Form rumlief).
Die Stimme des Zauberers hat meinen Imrahil allzu beeinflusst :-(
Aber wer andern eine Grube gräbt.... Auch bei Stimme des Zauberers
kann man mal den Versuchsungswurf in den Sand setzen, ätsch!
Insgesamt kam im Spiel keiner auf einen grünen Zweig, und so
rief ich iregndwann den Rat ein, um das ganze zu beenden. Obwohl
das Spiel nicht so dolle lief, hat es echt Spaß gemacht, weil
Marco ein echt netter Gegner war, mit dem man sich sehr nett unterhalten
kann. Als kleinen Witz zwischendurch hat er mir erzählt, wie
die Schlümpfe auf italienisch heißen: "I puffi!"
(cool, was?), Papa Schlumpf ist also dann "Il grande puffo"
:-) und Schlumpfinchen gibt's natürlich auch, die Italiener
kennen sie als "Puffetta".
Sonntag
Am Sonntag wollte ich nochmal Cool Play spielen. Mein Deck war
darauf aus, mit Boromir den Weißen Baum zu pflanzen, wofür
er erst mit ?Gabe des Verstehens? zum Weisen werden musste. Eines
der meiner Meinung nach leichtesten Szenarios, wie ich wohl zugeben
muss. Daneben waren die Ressourcen auf Minas Tirith ausgerichtet,
als Stichworte mal: Denethor und Palantir: Arwen, Aragorn, Faramir
etc... Als Zauberer wählte ich Gandalf, damit er mit Narya
ein paar nette Sachen machen konnte.
In der ersten Runde habe ich gleich den Sieger in spe gezogen:
Alex Leis spielte ein Fallen Alatar Deck (was nicht so intendiert
war, aber die Cool Play Regeln hatten das nicht verboten). Er machte
sich die vereinigten Minion und Hero Ressourcen zunutze um allerlei
Ringe auf seine Hobbits zu spielen, die im Laufe des Spiels ihre
Kampfeskraft um bis zu 1000% verbesserten. Am Anfang war das alles
nicht so wirklich cool, aber gegen Ende hatte Alex dann echt ein
paar überraschende Sachen. Z. B. Überraschte mich seine
Truppe in Minas Tirith und ließ den Bilbo gegen meinen Gandalf
zum Rätselspiel antreten. Und das gleich 2 Mal. Dummerweise
war Gandalf nicht so clever und hat beide Spielchen verloren. Damit
ging mir auch mein letzetes Narya von der Hand, was ein cool point
weniger war. Nicht unverdient hatte Alex schon bei diesem Spiel
dann 9 (glaube ich) Turnierpunkte eingesackt. Immerhin hatte auch
ich mein Szenario geschafft und Boromir den Weißen Baum pflanzen
lassen. Anschließend spielte ich gegen Karsten, den ich
bis dahin noch gar nicht kannte. Er hatte spielte die Xena-Arwen,
die in jedem Kampf einen Hieb nehmen muss. Unglaublicherweise hat
sie das alles mehrere Runden lang durchgehalten, und noch nicht
mal ein Khamul am Carn Dum konnte sie in die Knie zwingen. (Sie
hatte mit Glamdring KG 6, und dann halfen noch drei Charaktere,
und dann eine 10 gewürfelt. Zum Glück hatte sie keinen
Bonus auf die Konstitution eines Nazgul, und mein Khamul zog sich
erstmal mit einem blauen Auge davon) Karsten zog sein Spiel sehr
schön durch, aus Zeitgründen konnte er leider Anduril
nicht mehr neu schmieden, aber trotzdem hat er am Ende recht deutlich
gewonnen. Schließlich dann noch gegen Josef: Auch er hatte
Hobbits, die gaaaaanz stark wurden im Laufe des Spiels, und ich
habe mich an diesem Tag nochmal geärgert, dass ich keine Beorning
Skin-Changers drin hatte. Also war nichts zu machen. Außerdem
waren andauernd mit Langem Winter meine Orte getappt oder ich konnte
sonstwie nichts machen, insofern war das hier eine ganz deutliche
Niederlage meinerseits. Immerhin gabs einen Trostbooster für
die Turnierteilnahme :-)
So, kurzes Fazit noch: Insgesamt war die Lure mal wieder der
Hammer!!! Es hat super Spaß gemacht, nicht nur das Spielen,
sondern auch das Leute treffen und einfach die Atmosphäre genießen.
Ganz ganz herzlichen Dank an alle, die dafür verantwortlich
sind. Umso trauriger, dass erstmals Sachen geklaut wurden. Wie verzweifelt
oder dreist muss man eigentlich sein, dass man den Taschendieb spielt?
Falls es je rauskommt, wer es war, wird niemand mehr mit ihm spielen
wollen. Ich hoffe echt, dass das nicht wieder passiert, aber auch,
dass wir uns davon nicht die Vorfreude auf die LureV nehmen lassen,
wo ich hoffe, Euch möglichst viele von Euch wiederzusehen!
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